Dem Radsport in der Region Aufwind verschaffen
  12.05.2013 •     Straße


Mit der Unterstützung von Ex-Profi Dirk Baldinger will das Team Rothaus in der Rad-Bundesliga auf sich aufmerksam machen...

Wenn am kommenden Sonntag in Cadolzburg vor den Toren Nürnbergs der Startschuss für die neue Saison der Rad-Bundesliga fällt, wird sich der eine oder andere Zuschauer womöglich die Augen reiben. Im Begleitfahrzeug der in Emmendingen beheimateten Renngemeinschaft des Team Rothaus wird nämlich als sportlicher Leiter – neben Armin Engist und Siegmund Gut – wieder ein alter Bekannter sitzen: Dirk Baldinger. Der 42-jährige Ex-Profi (Polti, Telekom, Nürnberger) aus Merdingen ist den Lockrufen von Rothaus-Teamchef Holger Petermann (44) gefolgt und hat sich bereit erklärt, sein Engagement zu verstärken. Ziel: Die Nachwuchsarbeit voran zu bringen.

Das motivierte Duo hat viel vor. Mit den derzeit neun Fahrern, die aus Vereinen der Umgebung aber auch aus dem Schwäbischen oder Bayern kommen und ein Durchschnittsalter von 19,4 Jahren aufweisen, möchte man in der Bundesliga und bei anderen Rennen im In- und Ausland für Furore sorgen. Petermann und Baldinger sind überzeugt, eine tüchtige Mannschaft beieinander zu haben.

Allen Erschütterungen der Vergangenheit zum Trotz glauben beide an eine Zukunft des Radsports. Es gäbe immer noch Jugendliche, die sich vom zeitaufwendigen Training nicht abhalten ließen. "Radsport", so Petermann, "hat seinen Reiz. Wenn man davon angesteckt ist, kann man nicht einfach davon lassen."

Zur täglichen Arbeit zähle aber nicht nur das Kilometerschrubben auf der Straße, viel Zeit werde auch aufgewendet, um die jungen Fahrer davon zu überzeugen, nicht zu verbotenen pharmazeutischen Schnellmachern zu greifen. Zudem gelte die Devise: Wer erwischt wird, fliegt raus. "Ehrlichen Sport" möchten Petermann und Baldinger anbieten, bei dem die jungen Fahrer auch mal in ein Leistungsloch fallen dürfen: "Die sollen bei uns lernen."

In dieser Saison dürfen in der U23-Rad-Bundesliga erstmals wieder drei Akteure pro Team an den Start gehen, die der U25-Kategorie angehören. Generell aber gilt: Jede Mannschaft muss mit mindestens vier U23-Fahrern an den Start gehen. Der Bund Deutscher Radfahrer hat damit einer Forderung der Mannschaften nachgegeben. Auf den Erfahrungsschatz solcher U25-Fahrer verzichtet man aber in Emmendingen. "Uns liegen die Junioren und die jungen Fahrer am Herzen", sagt Petermann.

Dass die Philosophie durchaus Sinn machen kann, zeigen erste Rennergebnisse. Am Osterwochenende zum Beispiel katapultierte sich Arnold Fiek, dessen Heimatverein Concordia Emmendingen ist, ins Leadertrikot des LBS-Cup, einer seit langem existierenden Amateur-Rennserie.

Dankbarkeit empfindet Petermann darüber, dass der Sponsor Rothaus seit dem Jahr 2000 sein Engagement aufrechterhalten hat. Auch oder gerade in den "schwierigen Jahren" des Radsports. Wenn der gelb-rot-schwarze Dress des Emmendinger Teams im vorderen Feld auftaucht, soll das auch ein Dankeschön an die Brauer im Schwarzwald sein.

Radsport ist für Petermann und Baldinger ein Herzensanliegen. Dieser Sport, so sagen sie, habe viel mit Identifikation und einem gehörigen Schuss Idealismus zu tun. Ohne entsprechende Mitarbeiter sei der Aufwand nicht zu stemmen. Die Erfahrung zeigt: Reichtümer sind mit einem solchen Team nicht zu ernten.