Mitgliederversammlung der badischen Radsportler in Ebringen

  12.03.2026    Wettkampfsport Badischer Radsportverband Versammlungen und Ehrungen
Personelle Kontinuität und Erfolge in allen Sparten

Rund 160 Delegierte, Aktive und Gäste waren am zweiten Märzwochenende der Einladung des Badischen Radsport-Verbandes e.V. zur Jahreshauptversammlung 2026 in die von Weinbergen umrahmte Schönberghalle in Ebringen gefolgt. Wie schon 4 Jahre zuvor, hatte der RSV Ebringen unter Leitung seines Vorsitzenden Jörg Leuchtner die Ausrichtung der JHV übernommen und mit seinen engagierten Vereinsmitgliedern für perfekte Rahmenbedingungen des Verbandstages gesorgt. 

BRV-Präsident René Richter begrüßte Delegierte aus 48 Mitgliedsvereinen, den Ebringer Bürgermeister Hans-Peter Widmann, Rudolf Scharping als Ehrenpräsidenten von German Cycling, sowie Gundolf Fleischer als Präsidenten des Badischen Sportbundes Freiburg. In die Begrüßung einbezogen wurden auch alle anwesenden Sportler und Sportlerinnen sowie die Vertreter des württembergischen Landesverbandes, Klaus Maier und Martin Brenner. 

Nach dem Grußwort des Bürgermeisters verwies BSB-Präsident Gundolf Fleischer auf die stets sehr gute Zusammenarbeit mit dem BRV. Er sehe den BRV im Breiten- und Spitzensport insgesamt gut aufgestellt, betrüblich seien jedoch die zuletzt zu verzeichnenden Wechsel von Mitgliedern eines Freiburger MTB-Vereins zu den Turnern. Dies sei nun Gegenstand einer Prüfung unter rechtlichen, noch wichtiger aber auch sportlich-menschlichen Aspekten im Sinne des Zusammenhalts und der Solidargemeinschaft im Sport. Als sehr positiv bilanzierte er dagegen sowohl die allgemeine Mitgliederentwicklung im BSB, als auch die Ergebnisse des Solidarpaktes mit der Landesregierung, die einen jährlichen Aufwuchs der Sportfördermittel in Baden-Württemberg um 32 Mio. auf dann 155 Mio. Euro in den kommenden Jahren vorsieht. Dieser Erfolg bedeute für ihn zugleich Appell und Motivation, als auch eine gute Grundlage für die Arbeit im Ehrenamt.

Gesellschaftspolitisches Gewicht der Sportorganisationen 

Im seinem Grußwort für den Spitzenverband (German Cycling, vormals Bund Deutscher Radfahrer e.V.) betonte dessen Ehrenpräsident Rudolf Scharping die sehr enge und solidarische Beziehung zwischen den beiden Sportorganisationen, die alles andere als selbstverständlich sei. Vor dem Hintergrund der aktuellen Gefährdung der Bundesförderung für den Hallenradsport komme dem Zusammenhalt aller organisierten Radsportler und dem damit verbundenen Gewicht bei der Politik eine enorme Bedeutung zu, umso mehr, wenn man wie der Radsport mit dem Großteil seiner Sparten auf den öffentlichen Raum angewiesen sei und dort weniger Auflagen und weniger Bürokratie erhoffe.

Auch WRSV-Präsident Klaus Maier würdigte die gute Zusammenarbeit der beiden Landesverbände in der Radsport Baden-Württemberg gGmbH und bezeichnete deren Gründung als „guten und richtigen Schritt“. Im Lehrwesen habe der WRSV seine Hauptamtlichkeit zurückgefahren und setzte nun auf einen gemeinsamen Weg mit BRV und German Cycling. Zugleich habe der WRSV die Position eines weiteren Vizepräsidenten geschaffen, als Ansprechpartner für die sportfachliche Zusammenarbeit beider Verbände. 

Zahlreiche Ehrungen

Den Höhepunkt des Vormittags bildete die Ehrung der auf nationaler und internationaler Ebene erfolgreichsten Nachwuchs- und Spitzensportler des Verbandes. 37 Sportlerinnen und Sportler hatten der Einladung nach Ebringen Folge geleistet und wurden von Moderator Hans-Ulrich Wiedmann teils mit kurzen Interviews auf die Bühne geholt und vorgestellt. Neben den zahlreichen DM-Medaillengewinnern des RMSV Aach im Kunstradfahren wurden Frederik Graske (RCC Endspurt Mannheim, 1er Straße U15), Clara Hirsch (Bikesport Sasbachwalden, MTB Cross Country U17) und Tilmann Schwab (VF Wertheim, MTB Pumptrack, Elite Männer) als Deutsche Meister geehrt. Ebenfalls Deutsche Meister im Radsport-Trial wurden Josephine Kiefer (U17) und Dennis Arnold (U19, beide MSC Schatthausen). Als Deutsche Vizemeister ausgezeichnet wurden Henrik Huber (RSV Hofweier, 1er Straße und Bahn Omnium U15), Ottilia Waldmüller (RV Concordia Reute, Bahn Madison U15), Amon Rothe (SC Furtwangen, 1er Straße und Bahn Madison, U17), Noemi Böttcher (VC Singen, Bahn Mannschaftszeitfahren, U19w) sowie Sita Heiny (RSV Hochschwarzwald, MTB XCO, U15).

Für ihre wiederholten Erfolge bei Weltmeisterschaften besonders gewürdigt wurden Danielle Holzer (RV Concordia Prechtal, Weltmeisterin im 2er Radball mit Judith Wolf, RKV Aalen-Hofen, sowie Dennis Arnold (MSC Schatthausen, Vizeweltmeister im Trial mit der Mannschaft). Sie erhielten für ihre außergewöhnlichen sportlichen Leistungen  die Verdienstmedaille des BRV in Gold. 

Viel Aufmerksamkeit erhielten im Anschluss auch die Leistungen im eher freizeitsportlich orientierten Segment des Radsports. Urkunden und Präsente des BRV gab es für die jeweils vordersten Plätze im km-Ranking der Radtourenfahrer (RTF). Auf der Bühne ausgezeichnet wurden ferner die erfolgreichen Absolventen des Deutschen Radsportabzeichens, das ihnen durch Rudolf Scharping persönlich überreicht wurde. Das Ehrenbanner des BRV für die 25jährige Vereinsmitgliedschaft erhielt die RSG Rosa Schallstadt e.V., vertreten durch ihre Vorstandsmitglieder Roland Stapf und Gerhard Beck. 

Präsidium nahezu unverändert

Der parlamentarischen Teil der Versammlung eröffnete René Richter mit seinem Jahresbericht. Demnach hat das Präsidium die für 2025 gesteckten Ziele, wie die fällige Revision und Aktualisierung aller Verbandsordnungen, zum Jahresbeginn 2026 vollständig umgesetzt. Auch das Schutzkonzept konnte etabliert und ein Konzept zur Flexibilisierung der Startgelder bei MTB-Rennen mit dem Spitzenverband abgestimmt werden. Noch nicht vollständig umgesetzt ist dagegen die auf der JHV 2025 beschlossene Bezirksreform, hier appellierte Richter an das Engagement aller Beteiligten, die neuen Radsportregionen mit Leben zu füllen. 

Als Vizepräsidentin für Finanzen stelle Ingrid Auer den Delegierten danach das Rechnungsergebnis für 2025 vor. Bei mit den Vorjahren vergleichbaren Aufwendungen und Erträgen steht der Verband demnach auch weiterhin auf einer soliden Basis, was auch durch  Kassenprüfer Werner Heidiri bestätigt wurde. Seinem Antrag auf Entlastung des Vorstandes folgte die Versammlung mit einem einstimmigen Votum.

Vor den nun anstehenden Wahlen wurden Michael Jenc und Michael Holzwarth für 10 Jahre Mitarbeit im Präsidium mit der Verdienstnadel in Gold ausgezeichnet. Anschließend bestimmte die Versammlung Hans-Ulrich Wiedmann zum Wahlleiter. Nach der einstimmigen Wiederwahl von René Richter als Präsident wurden auch alle weiteren Präsidiumsmitglieder einstimmig im Amt bestätigt, ebenso wie der neu ins Amt gewählte Vizepräsidenten für Breitensport, Thomas Horn (RSV Kurpfalz Schwetzingen). Er trat die Nachfolge des aus Gesundheitsgründen ausgeschiedenen langjährigen Vizepräsidenten Bernd Essert an.

Die Versammlung endete mit einem Dank an den RSV Ebringen, dessen Helfer sowie BRV-Geschäftsführerin Marlen Beutler für die gelungene Gesamtorganisation des Verbandstages.

 

(Bericht: Hans-Ulrich Wiedmann, Fotos: Werner Heidiri)